Montag, 14. Juli 2008
![Senkrechtstarter (c) Gerti G. [Bild: Senkrechtstarter von Gerti G.]](http://www.photocase.de/de/upload/05/hbpsebu9/photocaseftd8j57s2.jpg) Vor einer Weile postete ich hier schon einmal meine Liste der Glücksmomente. Heute gibt es eine neue Liste vom Impulsen für uns alle, diesmal: Woraus ich Kraft schöpfe, was mir beim Auftanken hilft, was mir neue Energie gibt. Ordnen kann ich das nicht - viele dieser Punkte erfüllen mich mit tiefer Freude und Dankbarkeit, das kann ich kaum richtig ausdrücken.
- Meditation - ich setze mich gern mal ein paar Minuten hin, mit oder ohne Musik, und gehe in mich, spüre mich, werde still, entspanne mich. 10-20 Minuten innehalten geben mir sehr viel neue Kraft und Klarheit. Wenn ich abends im Bett liege, gönne ich mir fast immer einige Minuten Aufmerksamkeit - daliegen, mich spüren, meine Energie, meine Gefühle. Leider macht das auch wieder wacher.
- Musik hören - das geht dann für mich meistens mit Tanzen einher (hier läuft gerade wieder Lightworks June 2008 von Herrn Vogelmann und da kann ich kaum stillhalten
Oller Zappelphillip! Aaahhhh! Das rockt!)
- die Natur beobachten - eigentlich auch eine Form der Meditation: Ich bin ganz bei mir und gleichzeitig ganz aufmerksam nach „Draußen”. Achtsamkeit nennen das wohl die Buddhisten. Bäume mag ich besonders, ihre Präsenz und Kraft und Stille.
- tiefgründige Gespräche und Wahrnehmungen - das mochte ich schon immer, habe das aber dieses Jahr noch enorm ausgebaut und sehr daviel profitiert. Besonderen danke ich hier Gerti und Mieka - ihr zwei süßen Kraftpakete habt mir super weitergeholfen in meiner Selbsterkenntnis *knutsch*. Aber auch FrauLehmann und Ingo Vogelmann sollen nicht unerwähnt bleiben - stellvertretend für weitere Blog-Perlen, wo ich mir viele Impulse mitgenommen habe.

- Stille - damit meine ich nicht akustische Ruhe (Abwesenheit von Lärm), sondern Stille. Zum Beispiel die besondere Stille einer Stadt in der Nacht, das Schlafen der Stadt. Nicht, dass es wirklich ruhig wäre, aber es hat eine besondere Qualität und die habe ich mir erschlossen und kann sie genießen (Danke, Carmen). Es genügt oft schon, abends um 11 auf meinen Balkon zu treten und zu lauschen und zu spüren.
- Gefühle mitteilen - das tue ich unter anderem in diesem Blog und ich bekomme immer wieder schöne Resonanzen darauf, mitunter per Mail oder sogar persönlich
. In diesem Zusammenhang auch: Unklare Beziehungen klären, d.h. sich mitteilen. Ungewissheit kann quälend sein. Dann lieber ein Ende mit „Schrecken” (bzw. Klarheit!) als mich länger damit herumtragen und beschäftigen.
- Unangenehmes klären - wer kennt das nicht? Ich schiebe immer mal wieder etwas Unangenehmes vor mir her.. Es tut gut, mir ein Herz zu fassen und es anzugehen, so wie am Samstag meinen Schreibtisch zu bereinigen.
- Konkret kommunizieren: „Ich” statt „man” verwenden! Gerti hatte da schonmal nen Artikel zu geschrieben, glaube ich (Gerti, findest Du den?). Wie oft verwenden wir einen Satz mit „man”, obwohl wir eigentlich „ich” meinen? Ja, damit oute ich mich, gebe klar zu erkennen, was ich möchte. Vergleiche mal den vorherigen Satz mit der man-Form: Ja, damit outet man sich, man gibt klar zu erkennen, was man möchte. Ja, WER denn nun?! Alles so unpersönlich... „Man fühlt sich gleich viel besser, ...” - „Ich fühle mich gleich viel besser,...” Damit bekommt eine Aussage viel mehr Kraft, finde ich. Und ich beuge Missverständnissen vor - „man” verallgemeinert immer, meint eigentlich so etwas wie „alle”. Da kann man(!) sich dann trefflich darüber streiten. Mir fällt gerade auf, wie sehr mir diese Kommunikationsform zur Gewohnheit geworden ist.
- Entscheidungen treffen - siehe „Unangenehmes klären”. Ich bin immer mal wieder in Situationen, wo ich mich nicht recht entscheiden mag, wo ich (ja, ich, nicht man!) das Gefühl habe, zwischen zwei unangenehmen Alternativen wählen zu müssen. Abgesehen davon, dass es oft noch weitere Alternativen gibt, die mir nur gerade nicht offensichtlich sind, entspannt eine Entscheidung. Gute Leitsätze sind „Was ist das Beste für mich?” und ”Was fühlt sich für mich am Besten an?”. Und übrigens: Mich nicht entscheiden, ist unmöglich. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung.
Bücher! Ja, das ich Terry Pratchett liebe, habe ich ja schon paarmal erwähnt. Heute Nacht las ich 4 Stunden in ”Alles Sense!” Was hab' ich gelacht. Im Übrigen leistet Terry da Versöhnungsarbeit vom Feinsten, indem er all den „Horrorgestalten” wie Vampiren, Zombies, Schwarzen Männern, Werwölfen etc. ein menschliches Antlitz verleiht - sie haben alle ihre eigenen Sorgen. Zitat aus dem Gedächtnis: Es kommen ein Zombie (ehemals Zauberer) und ein Schwarzer Mann zu einem Medium. Sie meint, der Schwarze Mann (der sich übrigens immer hinter irgendetwas verstecken will/muss) solle in den Keller gehen, sie möge ihn nicht in ihrer Wohnung haben. Darauf meint er „Ein richtiger Keller? Ich war schon ewig nicht mehr in einem richtigen Keller!” und sie sagt „Da gibt's auch Spinnen.” Er: „Donnerwetter!” Später ruft er von unten „Es gibt hier sogar Ratten! Toll!”
- Pragmatisch und konsequent sein. Banales Beispiel: Was niemanden stört, muss man...äh...ich auch nicht ändern. Wenn ich also an etwas Anstoß nehme, frage ich mich erstmal, ob das jetzt angebracht ist oder ob ich mir gerade viel zu viele Sorgen um Dinge mache, die nicht wirklich wichtig sind.
- Loslassen! Es ist immer wieder erleichternd für mich, ein altes Thema als solches zu erkennen und dann gehen zu lassen.
- Übereinstimmungen entdecken, z.B. durch Blog-Artikel, E-Mails o.ä. Von irgendwo „da draußen” kommt eine Information zu mir und ich kann aus tiefsten inneren wahrnehmen: Ja, genau so ist es. (Mieka, Deine Mail von heute hat da eine ziemlich gute „Trefferquote”!
)
- Im Fluss/Fließen sein - ich habe vor Jahren mal eine Diskussion unter Programmierern gelesen im Netz, da ging es um den „Flow”, der sich einstellt, wenn man völlig in einer Aufgabenstellung aufgeht und darin versinkt. Ich erinnere mich da an eine Nachtschicht im Studentenwohnheim - wir haben 4 oder 5 Stunden trocken programmiert und danach ging es einfach ohne viele Tests. Heute sehe ich das größer, z.B. wenn ich mit dem Fahrrad schnell unterwegs bin, komme ich auch in Fluss. Oder beim Spazieren oder beim Website basteln, oder beim Blog-Artikel schreiben.
In Liebe sein - krönender Abschluss meiner heutigen Liste. Es gibt nichts Schöneres, als in Liebe zu sein, z.B. mit einem anderen Menschen und zu erleben, wie alles in Ordnung ist und im Einklang, wo es keine Probleme gibt, keine Missverständnisse, nur liebevolles Gewahrsein, Wahrnehmen, absichtsloses Handeln und pures Sein.
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