Eben las ich in Reto Stauss' Blog
nachaltigBeobachtet dessen Artikel
Authentisch leben. Reto philosophiert über ein gleichnamiges Buch von Erich Fromm.
Das brachte auch mich wiedermal zum Nachdenken. Warum ist die Welt, wie sie ist, obwohl viele Menschen unzufrieden damit sind (oder zumindest vorgeben, es zu sein)?
Meiner Meinung nach - und das sieht Reto ähnlich - liegt das primär daran, dass Mensch verlernt hat, seine eigenen, echten Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und zu leben. Viele Entscheidungen machen wir von gesellschaftlichen Konventionen abhängig (siehe dazu mein Artikel vom
Mann, der es allen recht machen wollte). Oft sind wir in unserem Denken so sehr auf die erwartete Reaktion anderer Menschen fixiert, dass wir aus den Augen verlieren, was wir tatsächlich selbst für uns wollen.
Das wird mit der Zeit zur Gewohnheit, dann automatisch und letztendlich bemerkt man es gar nicht mehr.
Doch zum Glück hat die menschliche Psyche (oder Seele) einige "Sicherheitsnetze". Denn irgend ein (wenn auch noch so klitzekleines) nagendes Gefühl bleibt. Irgendwo tief drinnen sagt eine innere Stimme "Moment mal, da stimmt doch was nicht".
Wir haben also jederzeit die Chance, hinzuhören. Schenken wir unsere Aufmerksamkeit unserer inneren Stimme (was auch erstmal wieder-erlernt werden will), bekommen wir immer deutlicher mit, wenn wir gerade etwas tun, das mit unserem innersten Wesen nicht in Übereinstimmung ist.
In vielen spirituellen Traditionen wird diese innere Stimme im Herzen angesiedelt. Das Herz-Chakra ist das mittlere unserer 7 Chakren, also genau die innere Mitte.
Je mehr wir auf diese innere Stimme (=uns selbst) hören, desto mehr er-leben wir uns selbst! Das kann sich zunächst auch mal sehr merkwürdig anfühlen, wenn ein neues Erleben mit einer alten Gewohnheit kollidiert. Ich erinnere mich gerade an eine Situation in einer Kantine. Ich bin, was das Essen angeht, nicht mäklig und kann schlecht Essen übrig lassen - das ist meine Gewohnheit. In diesem einen Fall schmeckte das Essen aber so schlecht, dass meine innere Stimme einfach nur "Bäh!"

gesagt hat. Ich habe das sehr deutlich wahrgenommen und das Essen also zur Seite gestellt. Das alte Programm "immer aufessen" lief aber noch und kollidierte jetzt mit meiner Entscheidung. Also stocherte ich noch ein paarmal auf dem Teller rum, nur um wiederholt festzustellen, dass es wirklich nicht schmeckt.
Dann bemerkte ich das Spielchen, nahm meinen Gefühlszustand "nanu, das ist ja was ganz Neues" wahr, kicherte innerlich und wandte mich dann interessanteren Dingen zu: den Menschen, die mit mir am Tisch saßen.
Quintessenz: Je mehr wir entsprechend unserer Gedanken und Gefühle leben, d.h. diese umsetzen und auch zum Ausdruck bringen, desto authentischer sind wir, desto besser fühlen wir uns.
Und das nenne ich dann glücklich sein!
Viel Spaß beim sich selbst erleben und entdecken!