Als ich heute einkaufen war, nahm ich bewusster als sonst die Verpackung der Lebensmittel wahr. (Der No Impact Man hat da sicher einen großen Anteil dran, dass mir das auffiel.

)
Wenn man sich so einen Ideal-Standard Lebensmittelladen mal ansieht, sieht man vor allem eins: Plastikverpackungen. Wenn irgendwo Pappe drumrum ist, ist meistens noch irgend eine Art Plastikfolie drin. Die einzigen Ausnahmen, die mir spontan einfallen, sind loses Obst (sofern man auf die Plastiktüte verzichtet) und Knäckebrot (wobei die Innenverpackung evtl. auch beschichtet ist). Im (Tief-)Kühlregal gibt es überall Plastikverpackungen außer vielleicht Butter, die ist in Metallfolie eingewickelt.
Warum ich darüber schreibe?
Zum einen wird Plastik in der Regel (wenn mich meine laienhaften Chemiekenntnisse nicht täuschen) aus Erdöl hergestellt, das bekanntermaßen irgendwann erschöpft ist. Wikipedia gibt mir da recht (siehe
Kunststoff):
Synthetische Kunststoffe werden durch Polymerisation (Polyaddition, Polykondensation usw.) aus Monomeren erzeugt. Rohstoff ist meist gecracktes Naphtha[Einem Erdölprodukt]).
Zum anderen vergammeln Millionen Tonnen Plastik auf Mülldeponien, d.h. genauer gesagt: Sie vergammeln eben nicht. Eine Umweltkatastrophe unvorstellbaren Ausmasses hat sich im Pazifik angesammelt. Das Zeug verrottet nicht und es schwimmt im Meer herum - "verlorene" Fischernetze haben ein Eigenleben entwickelt und "fischen" einfach weiter). Ein paar Links dazu:
Und wie ich eben bei der Blog-Lektüre feststelle, wird Plastik eben nur marginal bis gar nicht recycled. Bei Glas geht das relativ leicht durch Einschmelzen. Das meiste Plastik wird wohl deponiert oder verbrannt.
Ok, also jetzt mal wieder zurück vom Großen zum Kleinen. An dem Müllberg im Pazifik kann ich jetzt und hier nichts ändern. Ich kann lediglich dafür sorgen, dass er nicht noch größer wird. Genau genommen: Das sich auf unseren hiesigen Deponien nicht noch mehr Plastik sammelt. Im Blog
fakeplasticfish fand ich eine
Liste mit Plastik-Alternativen. Auszüge, sinngemäß übersetzt:
- Keine Plastiktüten für Obst und Gemüse. Broccoli und Apfel werden sich schon nicht streiten. Und sie sind eh im Dreck gewachsen und gewachsen werden sie auch. Also wozu die Plastiktüte (die noch dazu so dünn ist, dass man sie kaum ein zweites Mal verwenden kann.)
- Natürlich: Wiederverwendbare Beutel und Tüten. Der gute alte Stoffbeutel. Hält ein halbes Leben, lässt sich waschen etc. Einfach immer einen oder mehrere dabei haben - Plastik einsparen.
- Kein Wasser aus Plastikflaschen. Leitungswasser ist hierzulande zumeist sowieso von guter bis sehr guter Qualität (und wer's noch besser mag, nutze einen Wasserfilter - aber besser vorher mal testen).
- Reparieren statt neu kaufen (gilt eigentlich für alles).
- Joghurt und Milch in Glasgefäßen kaufen.
- Produkte in fester Form denen in flüssiger Form vorziehen (z.B. Seife) - spart oft eine Plastikflasche (z.B. bei Waschpulver).
- Saubermachen und Zähneputzen mit Backpulver (muss ich mal probieren).
- Wein mit Naturkorken vorziehen (wobei da oft noch eine Plastikversiegelung um den Flaschenhals ist); Korken werden wieder gesammelt.
- Einkaufsbeutel zum Bäcker mitnehmen, Brot und Brötchen da reintun lassen.
- Mehr auf dem Markt einkaufen: Da gibts die Dinge loose und unverpackt.
- Auf Mülltüten verzichten. Für den Bio-Müll gibt's Papiertüten. Der Mülleimer ist eh meist aus Plastik und kann daher ausgewaschen werden.
- Frische Kost statt Tiefkühlkost.
Die Originalliste ist noch einiges länger. Wenn ich das gerade so lese, fällt mir auf, dass ich das Meiste aus Bequemlichkeit noch nicht umgesetzt habe. Nun, ich werde mal mit den Einkaufsbeuteln konsequenter weitermachen, Joghurt und Milch kaufe ich eh kaum noch, Wein auch eher selten. Tiefkühlkost ist noch bischen problematisch für mich - da muss ich mehr kochen und mich öfters mal aufraffen und auf den Markt gehen.
Nachtrag vom 18.04.2008: Die Krönung der Verschwendung sind Wegwerf-Handys und Wegwerf-DVDs. Ich verlinke jetzt aus Prinzip nicht darauf. Pfui!