Der gestrige Tag stand bei mir ganz im Zeichen des Klangs. Zuerst der „Samstagsklang” bei Forteego. Sabine, die bei Forteego die Klangmassagen (mit Klangschalen, Gong etc.) macht, wollte danach noch nach Adorf zu einem Konzert „Klangwunder” mit Berndt-Michael Rassenberg und
Volker Lauckner, den ich schon einmal
beim Konzert „inside the bell” im Völkerschlachtdenkmal in Leipzig erlebt hatte.
Ich hatte mich in den letzten Tagen etwas verausgabt (vielleicht kommt dann noch ein Artikel dazu) und mir deshalb schon überlegt, mir abends noch etwas Gutes für mich zu gönnen. Also entschloss ich mich spontan, mitzufahren - zufällig war auch noch ein Platz im Auto frei.
Geschätzte 30 bis 40 Menschen fanden sich im
Gasthof Adorf ein. (Die Fotos sind leider weniger schön geworden da die Lichtverhältnisse recht ungünstig waren und mein Blitz seine Grenzen hat, so dass ich lieber auf's Blitzen verzichtet habe, auch um das Ganze nicht zu sehr zu stören.)
Auf der Bühne waren allerlei Instrumente aufgebaut: 2 Gongs (gestimmt auf Sonne und Erde, v.l.n.r.), diverse Digeridoos, eine Steeldrum, Djembe uvm.
Vor der Bühne war ein kleiner Tisch aufgebaut mit einer Unmenge weiterer Klangerzeuger: Klangschalen, Schlitztrommel, Zimbeln und einige mehr, deren Namen ich nicht kenne. Volker begann den Abend mit ein paar Erläuterungen und Überlegungen zum Klang im Allgemeinen, wies unter anderem auf das Buch „Die Welt ist Klang” hin, auf die Arbeiten von Masaru Emoto zur Wirkung von Klang auf Wasser und stellte dann einige der Instrumente vor. Schön fand ich, dass er auch auf die Herstellung und ein Stück Historie der Instrumente einging. Die Gongs zum Beispiel hat jemand entwickelt, der viele Jahre in China war und sich dort den Bau von Gongs angesehen hat. Es war damals unmöglich, einen richtig guten Gong aus China mitzunehmen. Auch hat sich der Mann damals gefragt, ob es sinnvoll ist, einen östlichen Klang in der westlichen Welt zu spielen - eine gute Frage. Also kehrte er zurück und begann selbst Gongs zu entwickeln, die auch stimmbar sind (was bei den chinesischen wohl nicht so ist). So entstanden dann Gongs, die in echter Handarbeit hergestellt werden und auch speziell gestimmt werden, eben z.B. auf den Erd-Ton, den Sonnen-Ton o.ä.
Nach ca. einer dreiviertel Stunde übergab Volker das Wort an Berndt-Michael. Dieser hat sich intensiv mit dem Didgeridoo beschäftigt und demonstrierte zunächst einige Instrumente der australischen Ureinwohner. Beeindruckend fand ich seinen Respekt vor deren Lebensweise und Kultur. So erklärte Berndt-Michael zum Beispiel, dass er seine Didges nicht nach australischem Vorbild bemalt, weil er die tiefere Bedeutung der Symbole und Zeichen gar nicht versteht. Auch bezeichnet er seine Didgeridoos nicht mit dem ursprünglichen Namen (den ich leider vergessen habe). In Australien werden Digeridoos von Termiten hergestellt, hier muss man selbst Termite spielen.

Er stellte dann der Reihe nach die Didgeridoos vor, die er mitgebracht hatte, wies auf deren spezielle Eigenschaften hin und spielte alle kurz an. Danach kam nochmal Volker an die Reihe, stellte ein paar weitere Instrumente vor, die Steeldrum, eine indische Rahmentrommel und ein magisches Saiteninstrument mit 28 Saiten, welches nur gleichmäßig mit den Händen gestreichelt wird und wo höchst interessante Klänge entstehen, die keiner spielt.
Zum Abschluss des demonstrativen Teils spielten die beiden noch gemeinsam: Volker auf der Steeldrum und Berndt-Michael auf einem Didge. Dann wurden (fast) alle Instrumente zur Begutachtung und zum Ausprobieren freigegeben. Mich hat ja besonders die indische Rahmentrommel fasziniert (leider hab ich kein Bild davon) - da hat der Schamane in mir laut gejuchzt und gemeint, ich müsse doch unbedingt nochmal eine schamanische Trance-Reise unternehmen! Ich hab mir die Trommel dann auch gleich mal geschnappt und ein paar Minuten getrommelt - hätte ich stundenlang machen können.

Bis dahin war der Abend ja schon toll, aber es gab noch zwei Sahnehäubchen.

Zunächst lernte ich Simon Hülke kennen, seines Zeichens Flötenbauer (siehe seine Visitenkarte). Sehr interessanter Mensch, der sich viel mit Musik und Obertönen beschäftigt. Wir werden irgendwann mal was zusammen machen - ein Seminar, eine Begegnung, vielleicht ein Event für Musikinteressierte zum freien Experimentieren? Mal schauen.

Und dann noch die Überraschung des Abends: Eine Mondfinsternis! Ich lese ja keine Zeitung o.ä., so hatte ich das auch nicht erwartet und habe mich sehr darüber gefreut. Insgesamt also ein sehr gefüllter Abend.
Nachtrag: Wie ich letztens aus Andreas' Blog erfuhr, gab es erst vor zwei Wochen
eine partielle Sonnenfinsternis.
Letztens habe ich ja zufällig eine Mondfinsternis photographiert / photografiert / fotographiert / fotografiert (wie schreibt man das denn nun?). Dabei leistete die Automatik erstaunlich gute Dienste. In der Nacht auf Montag schien wieder ein schöner Vollmond ...
Aufgenommen: Aug 19, 23:39
Ich berichtete bereits vom „Klangwunder” am 16.8. in Adorf. Jetzt habe ich noch ein Video von Berndt-Michael beim Didge-Spielen online gestellt
Aufgenommen: Sep 07, 14:36