... und das in mehrfacher Hinsicht. Das ist übrigens gerade der 100. Artikel im Blog, begonnen am 11.8.2008 um 18.11 Uhr. Mal schauen, was jetzt alles aus mir herausfliessen möchte.
Die Heimreise von Obernburg verging wie im Fluge, denn ich las derweil wiedermal Terry Pratchett, diesmal „Ein Hut voller Sterne” - ein Buch voller Weisheit, was mich teils sehr gerührt hat. Ein Zitat, passend zu meinem heutigen Tag:
Warum geht man fort? Damit man zurückkehren kann, um den Ort, den man verlassen hat, mit neuen Augen und zusätzlichen Farben zu sehen. Und auch die Menschen dort sehen einen anders. Dorthin zurückzukehren, wo man begonnen hat, ist nicht das Gleiche, wie nie zu gehen.
... Bitte einen Moment innehalten und wirken lassen...
Ich verneige mich vor allen Menschen, die mit solch einfachen Worten so tiefe Wahrheiten ausdrücken können.
Im
vorherigen Artikel zum Seminar „Atem des Lebens” deutete ich bereits an, dass in mir einiges arbeitet. Ich fühle mich etwas zurückgezogen in mich, leicht melancholisch. Heute morgen kam eine alte Angst vorbei - vielleicht Tschüß sagen? Eine halbfertige Erkenntnis wartet noch auf Vollendung (mir wurde in der bereits erwähnten Behandlung gezeigt, dass ich manchmal Dinge zu verbessern versuche, die schon gut genug sind - in diesem Fall war meine „Verbesserung” und das, was ohne mich geschehen wäre, gleich). Demut ist angesagt. Eine Quintessenz aus dem Seminar, ein Wissen, was schon länger in mir auf Umsetzung wartet. Ich habe in letzter Zeit schon des öfteren mit einem Spruch um mich geworfen:
Die einfachste Möglichkeit, etwas zu verändern, ist, es nicht verändern zu wollen.
Erkenntnisse laufen ja manchmal „um die Ecke”: Ich empfehle anderen Menschen etwas, was mir innerlich klar ist, das ich aber selbst noch nicht umgesetzt habe.
Hm. Das erinnert mich an Eriks Spiegelarbeit. Zuerst erkenne ich beim anderen etwas, dann bei mir. Die „Anderen” sind Spiegel für mich. Schön.
Apropos schön. Jetzt kommt was ganz Schönes! Mein Herz reagiert sofort darauf, denn es rührt mich jedes Mal.

Wir haben als Abschluss der Lebensschule den Kindern wunderschöne Abschlusszeugnisse überreicht (mehr dazu, wenn ich mit meinen Berichten beim 7. Tag angekommen bin). Die Idee stammte vom Erik: Zum einen das besonders Schöne an jedem Einzelnen zu würdigen und zum anderen noch Empfehlungen auszusprechen, d.h. auf Entwicklungschancen hinzuweisen. Und
der Erik hat sich gleich am Montag nach der Lebensschule die Mühe gemacht, für jeden der Lebenslehrer ein „Zeugnis” zu verfassen. Ich möchte hier mal meins präsentieren, weil ich es so schön finde und es mich sehr berührt, denn ich fühle mich gewürdigt und erkannt und erkenne mich dadurch selbst besser!
Deine Offenheit, Deine Freude am Leben, Dein Witz – ob nun subtil oder fröhlich – danke dafür. Ich wünsche mir für mich, dass ich Deine beeindruckende Kraft im Nichts-Tun auch in mir entdecke. Dein wacher, nichts-anderes-wollender Blick für die Schönheit in den Menschen und im Leben rühren mich auch jetzt gerade zu angenehmen Tränen. Auch Dein Interesse am Leben an sich und Dein Wissen darüber machen mir Freude. Vielleicht ist es Deine Ausstrahlung von Klarheit, Deine Ausstrahlung von Lebensfreude, die Dir eine solche aufmerksame Geduld mit Anderen und dem Sein ermöglichen. Und: Deinen klaren Ausdruck damit, wenn die Geduld mal endet, finde ich auch sehr schön.
Durch Deine Art ist das Spielerische der Kinder auch bei uns Erwachsenen sehr präsent gewesen und hat mich verstehen lassen.
Ich danke Dir vor allem für Deine weise, strahlende innere Ruhe und Deine oft gleichzeitige kindliche Freude.
Empfehlung:![11.8.88 (c) Gerti G. [Bild: 11.8.88 (c) Gerti G.]](http://www.photocase.de/de/upload/05/hbpsebu9/photocasepkxe66rh2.jpg)
Vielleicht ist es hilfreich für Dich, wenn Du unabhängig Ziele findest, benennst, und Dich mit ganzer Kraft für sie einsetzt; wenn Du Dein selbst-gewolltes Tun findest. Zu Deiner Freude am Sein kann sich dann auch eine wirkliche Zufriedenheit gesellen. Wenn Du (D)einen Platz bewusst einnimmst, könntest Du Dir der oben genannten Fähigkeiten – wenn Du Wahrheit in ihnen findest – noch bewusster werden. Oder Du kannst Dich andernfalls klar von ihnen abgrenzen und Deine eigene Wahrheit kraftvoll postulieren. 
Eigenlob duftet - wenn es stimmt.
